Grand Central Terminal, New York

 

 

Grand Central Terminal

New York's Empfanghalle feiert Geburtstag 

 

Als das Bahnfahren noch so richtig glamourös war, wurde den Passagieren, des aus Chicago einfahrenden 20th Century Limited, des vornehmsten Schlafwagenzugs Amerikas, zur Begrüßung in Grand Central New York, ein roter Teppich ausgerollt.

 

Das ist lange her, aber bis heute ist der Bahnhof eines der belebtesten, prächtigsten und faszinierendsten Gebäude von New York. Der riesige Prachtbau im Beaux-Arts-Stil, der am Sonntag, den 2. Februar 1913, um Punkt Mitternacht feierlich eröffnet wurde, ist eine globale Ikone, die gerade ihren hundertsten Geburtstag feierte.

Eine industrielle Kathedrale, gebaut nicht für irgendeinen König oder eine Königin, sondern für das gemeine Volk. Die imposante Wandelhalle, deren 40 Meter hohes Gewölbe ein in Grün und Türkis schimmernder Sternenhimmel ziert, bildet seine Bühne, in der alle, die sich hier aufhalten, egal wie kurz oder lang, Darsteller sind. Grand Central, ein großes Theater.

 

Merkwürdig ist: Der Grand Central Terminal, der mit 750.000 Pendlern täglich (!) einer der hektischsten Orte ist, die man sich vorstellen kann, ruht atmosphärisch in sich selbst. Ein Grund dafür könnte die großartige Architektur sein, die alles andere dezent in den Hintergrund drängt. Wie auch immer, es gibt nicht viele solcher Plätze in New York. Neben dem Central Park, fallen mir da spontan nur die großen Museen ein: das Museum of Modern Art (hier besonders der Skulpturengarten!), das Guggenheim Museum oder das Metropolitan Museum mit seinem großartigen Dachgarten. Und komischerweise eben Grand Central.

 

Grand Central, das Herz von Midtown New York, ist ein Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Obwohl der Kopfbahnhof sich über zwei Ebenen ausbreitet, auf denen oben 41 Gleise und unten 26 Gleise enden, und trotz der zahlreichen Menschen, die ihn pausenlos durchströmen, lädt er jeden dazu ein, inne zu halten und sich in Ruhe umzuschauen.

 

Die Ledersessel eines der Coffee Shops auf der unteren Etage sind dazu ganz besonders geeignet: Man lässt sich in eines der riesigen Fauteuilles fallen, versinkt fast darin, um dann, während man einen köstlichen Capuccino schlürft, genussvoll die phantastische Architektur, die golden schimmernden Wände, die übergroßen Lampen und all die skurillen Details, die es zu entdecken gibt, auf sich wirken zu lassen.

 

Untermalt von den Klängen unglaublich guter Straßenmusiker (Ich war mehrmals dort und jedesmal spielten andere Musiker und Musikerinnen: Alle haben phantastische Musik gemacht!), kann man das geschäftige Treiben um einen herum aufmerksam betrachten: bienenfleißige Schuhputzer, überfüllte Kioske, eilige Pendler, kunstvolle Müllkörbe, luxuriöse Geschäfte, staunende Touristen, uniformierte, überaus freundliche Bahnangestellte … Menschen aller Altersgruppen und Nationalitäten.

 

All das inmitten einer grandiosen Kulisse. Ich könnte stundenlang dort sitzen! Das ist phantastisch – ganz großes Kino, welches einen das umwerfende Ambiente dieses, von Menschen für Menschen geschaffenen Kunstwerks, intensiv und in einer ganz besonderen Weise spüren lässt. 

 

Ein paar Impressionen 

 

 (Bilder bitte anklicken, um Bildergalerie vergrößert ansehen zu können!) 

Tipps

 

Hier gibt's ein interessantes Video zu sehen:



The Secrets of Grand Central Terminal in New York City (Hrsg.: The New York Times)  

http://www.youtube.com/watch?v=99buqSVBuOo

 

Führung

Wer sich für die Geschichte und die Geheimnisse rund um den Grand Central Terminal interessiert, sollte unbedingt an der Grand Tour teilnehmen. Sie ist kostenlos und dauert circa 90 Minuten. Man lernt bei dieser Führung nicht nur den Bahnhof sondern auch das ihn umgebende Viertel näher kennen. Die Tour beginnt jeden Freitag um 12.30 h südlich des Terminals. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Eine große Dame rettet den Bahnhof

 

Wer Eine kleine, abseits angebrachte, leicht zu übersehende Tafel erinnert an eine große Dame New Yorks, deren unermüdlichem Engagement es zu verdanken ist, daß der Abriss des Grand Central Ende der siebziger Jahre verhindert wurde. Die Dame, von der hier die Rede ist, war Jacqueline Kennedy Onassis, der das unschätzbare Verdienst gebührt, eines der schönsten Bauewerke der USA vor dem Abriss bewahrt zu haben.

 

Adresse

Grand Central Terminal
87 E 42nd Street
New York, NY 10017
Telefon: (212) 340-2583

 

Öffnungszeiten

Grand Central Station ist von

05.30 h bis 01.30 h geöffnet und der Besuch kostenlos.

 

Website

http://www.grandcentralterminal.com/ 



 

 

Alle Fotografien © Ute Leduc